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Wie malt man mit Aquarellfarbe einen Baum bei Sonnenuntergang?

Susanna Haink ist erfolgreiche Kinderbuchautorin und malt auch die dazu passenden Bilder. Aufgewachsen ist sie in Südafrika, doch ihre Heimat ist Esslingen in Deutschland. In einem Video erklärt sie uns, wie sie mit Aquarellfarbe einen Baum bei Sonnenuntergang malt. Für die Aquarellmalerei findet Ihr alles in unserem Shop!

So malt man mit Aquarellfarbe

Gerne möchte ich Euch zeigen, wie ich einen Baum im Sonnenuntergang male. Dafür werde ich Aquarellfarbe benutzen. Mir gefällt Wasserfarbe als Medium, weil es ein ganz besondere Ausstrahlung hat. Es ist durchsichtig und kann trotzdem intensivere Farben hervorbringen. Dadurch entsteht eine sehr interessante durchscheinende Farbe, die dann wieder mit der Lasier Technik intensiviert werden kann.
Für den Baum werde ich heute die nass-auf-trocken Technik benutzen. So werdet Ihr sehen können, wie ich das Fließen des Wassers benutze und fast gar nicht zu malen brauchen.

Ich male meistens auf schwerem Papier von 300 Gramm das noch an dem Block befestigt ist. Erst habe ich einen Hintergrund aufgemalt. Hier habe ich die nass-auf-nass Technik benutzt.

Noch bevor ich anfange zu malen, sehe ich mir im Internet und in Büchern viele Beispielen von Bäumen im Sonnenuntergang an. Ich gucke, wie andere Künstler so einen Bild malen. Ich sehe, welche kreative Ideen sie haben und wie sie sich ausdrücken, welche Atmosphäre sie kreieren und welchen Einfluss es auf den Betrachter hat. Aber am allerwichtigsten ist es einen Sonnenuntergang im Realität zu beobachten. Ich beobachte genau welche Farben entstehen. Welche Atmosphäre entwickelt sich und welche Möglichkeiten gibt es dies zusammen kreativ auszudrücken.

Als allererstes finde ich einen Baum den ich malen möchte. Am besten malt man einen Baum in der Natur. Ich benutze für diese Übung ein Foto von einem Baum.
Erst sehe ich mir den Baum genau an. Wie laufen die Äste? Wo überkreuzen sie sich? Wo werden sie dünner oder dicker? Wie viele Farben sehe ich? Wo gibt es dunkle Schatten? Wie möchte ich diese Schatten zum Ausdruck bringen? Welche Atmosphäre herrscht? Wie könnte ich die Atmosphäre zum Ausdruck bringen?
Nachdem ich diese Fragen für mich selbst befriedigend beantwortet habe, fange ich an mit einem ganz leichten Bleistift eine Skizze der Äste zu machen.

Jetzt bereite ich die Aquarellfarben vor. Erst benutze ich Vandyck braun und vermische es gut mit Wasser.

Jetzt benutze ich klares Wasser womit ich die Äste ausmale. Wenn man das Blatt von der Seite her betrachtet, dann sieht man, dass die Fläche glänzen und so weiß man dass es gleichmäßig nass ist.

Jetzt kommt die fertig gemischte braune Farbe dazu. Ich trage nur ein bisschen an der Stelle ganz oben auf und lasse dann das Wasser spontan weiter fließen.
Ich mache es so lange weiter bis das Ergebnis zufriedenstellend ist. Die ganze Zeit halte ich den Block schräg um das Fließen zu unterstützen.
Nun lege ich den Block flach hin und wart,e bis er so weit trocken ist, dass die Farbe nicht mehr fließen kann. Jedoch sollte das Blatt noch nicht ganz trocken sein. An warmen oder kalten Tage dauert dies unterschiedlich lange.
Jetzt kann ich weitere Farbe hinzufügen. Normalerweise reichen drei Farbtöne aus. Ich benutze gerne Vandyck braun, Umber gebrannt und Krapplack rosa.
Noch bevor die Zweige trocken sind, fange ich an Blätter an den Ästen zu malen. Dazu benutze ich die durchsichtige Cellophan-Verpackung von Zigarettenschachteln oder etwas Ähnliches.Diese Verpackung knäule ich gut zusammen und tunke sie in stark vermischte Farbe um dies dann direkt auf das Papier zu bringen. Ich wiederhole das mit unterschiedlichen Schattierungen von Grün. Ein bisschen Echtgelb dazu ist auch wichtig. Weil es sich um eine Abenddämmerung handelt, versuche ich auch durch einen Farbspiel diese Dämmerung zum Ausdruckt zu bringen. Krapplack rosa und dunkles rot ist hilfreich und diese beiden Farben werden auch mit dem Cellophan aufgebracht. Am besten ist es, wenn die Farben ineinander fließen um eine Einheit dazustellen. Zum Schluss kommt noch einige Flecken von Ultramarine dazu. Es dient als Schatten und gibt Kontrast für dunkle Stellen.

Erst jetzt kann man die erste Schicht richtig trocknen lassen. Nachdem es gut trocken ist, studiere ich dass Ergebnis ganz genau. Ich entscheide mich wo noch Schatten benötigt werden und wo noch zarte Farben hinzugefügt werden müssen, um den Sonnenuntergang zu reflektieren. Diese Farbe trage ich dann mit einer weiteren Schicht nass-auf -trocken Technik auf das bestehende Bild.

Als dritte Schicht und nachdem das Bild völlig trocken ist, werden noch einige spontane Farbspritzer mit einer Zahnbürste hinzugefügt. Man tunkt einfach die Zahnbürste in vorher gemischte Farbe und spritzt die Farbe vorsichtig über das Bild. Je nach Gefühl kann man die Farbe dunkler oder heller mischen. Ich habe dafür dunkel gemischte Krapplack rosa benutzt.

 

 

 

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